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Die CAPI-Treiber unter Debian für eine GSM-Einwahl einsetzen
Das Problem
Der PDA als ständiger Begleiter ist heute für viele Menschen nicht mehr wegzudenken. Adressen, Notizen, Termine und emails sind mit diesen handigen Geräten jederzeit parat. Aber mit den emails ist das so eine Sache, der Server im Büro sammelt die Emails und schreibt sie in eine passende Mailbox.
Nur wie jetzt mit dem PDA von Außen darauf zugreifen. Der öffentliche Zugang des Netzproviders ermöglicht in der Regel keinen Zugang zum eigenen Netz. Und dieses besonders in kleinen Unternehmen.
Nun wäre es nett, mit dem PDA und Handy nicht einen öffentlichen Provider anzuwählen, sondern direkt das heimische Intranet.
Der Ansatz
Mit Linux und einigen wenigen Tools ist es heute ohne Probleme möglich den heimischen Server dazu zu überreden die Anrufe des PDAs entgegenzunehmen und eine Datenverbindung zum Intranet aufzubauen.
Dazu wird der PDA (in dem hier beschriebenen Fall ein Handspring Visor) über das Handy und der Infrarot Schnittstelle mit dem Office Server verbunden.
Sobald die Verbindung steht, kann der PDA benutzt werden, als ob er direkt in dem heimischen Netz eingebunden wäre. Neben dem Zugriff auf die emails stehen damit auch weitere Möglichkeiten zur Verfügung. So könnte auch ein telnet-Client auf dem PDA dazu benutzt werden, einen Zugriff auf dem Heimrechner zu bekommen.
Der Server
Als Server kommt ein Debian System zum Einsatz. Dieses System übernimmt die Funktion des Einwahl-Servers. Auf dem System läuft ebenfalls ein Mailserver sowie ein POP-Server, der für die emails zuständig ist.
Weitere Anwendungen auf dem Server können ebenfalls genutzt werden, die Auswahl unterliegt den Anforderungen und dem Sicherheitsbedürfniss des Nutzers.
Die Software
Auf dem Server System ist eine aktuelle Debian-Testing Installation vorhanden, die um die CAPI-Funktionen erweitert werden muss. Bei der verwendeten Fritzcard-classic handelt es sich um eine Karte, für die keine GPL-Treiber existieren und die daher in der Debian Distribution nicht enthalten sind.
Nach der Installation des Grundsystems und der sonst benötigten Software ist daher der Kernel um die CAPI-Funktionen zu erweitern und die entsprechenden Treiber aus den Sourcen, die es bei AVM gibt, zu bauen.
Die Kernelkonfiguration sowie die Integration der CAPI-Treiber von AVM sind die kompliziertesten Arbeitsschritte, wenn man mal von der schlecht dokumentierten Modemfunktion vieler Handies absieht. Da die Konfiguration recht umfangreich ist, wird sie nicht hier beschrieben, sondern in einem extra HowTo.
Nachdem die CAPI Treiber in das System integriert sind, muß dem pppd-daemon beigebracht werden, eine V110-Datenverbindung zu akzeptieren. Und schon kann der Linux Server von einem Handy angerufen werden.
Der Client
Für den PDA, bei dem es sich um einen ja nun doch schon recht betagten Handspring Visor handelt, ist die Erweiterung der Infrarot-Schnittstelle notwendig. Die benötigte Software ist aber noch immer bei Palmone verfügbar. Ausserdem müssen entsprechende Clients für den PDA gefunden und installiert werden. Hier existiert eine Auswahl möglicher Clients vom Telnet bis zum POP-Client. Ein guter Ansatz ist z.B. GnuGot mail.
Problematisch ist bei der Einrichtung des PDA vor allem die Einstellung des korrekten Init-Strigs für das im Handy integrierte Modem. Bisher liegen nur Informationen für die Nokia Modelle 7110 sowie 6310i vor. Informationen zu weiteren Modellen werden gerne aufgenommen.
Informationen
Die genauen Installationsanweisungen sind in diesem HowTo beschrieben. Wichtig: Das HowTo ist noch in der Entwicklung und der Autor schließt ausdrücklich jegliche Haftung für aus der Anwendung der Beschreibung entstehende Schäden aus. Sie können den Autor unter seiner Email Adresse erreichen.